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TSCHAD: Hilfe für Demokraten in Gefahr

14. September 2009 von Survie

(Übersetzt von Susanne Shigihara) Vor zwei Wochen sandte Survie an das französische Außenministerium, an die Staatssekretärin für Menschenrechte Rama Yade und an den Außenminister Bernard Kouchner ein Schreiben. Es informiert die französische Regierung über den besorgniserregenden Gesundheitszustand des Abgeordneten der tschadischen Opposition Ngarlejy Yorongar, der dringend sowohl zu Behandlungszwecken als auch aus Sicherheitsgründen außer Landes gebracht werden muss.

Wir halten es für die Pflicht Frankreichs, den gewählten demokratischen Gegnern diktatorischer Regierungen in den kritischen Situationen, denen sie unterworfen sein können, Hilfe zu leisten. Das ist das Minimum dessen, was hinsichtlich der Menschenrechte getan werden kann, zumal in Afrika. Im Tschad garantiert Frankreich die Evakuierung aus Gesundheitsgründen der Verletzten der tschadischen Armee, die in einen Bürgerkrieg gegen verschiedene Rebellengruppen involviert ist. Sie kann für die legitimen Vertreter der tschadischen Zivilgesellschaft nicht weniger leisten.

Unser Schreiben hat bis heute keine Antwort erhalten, nicht einmal eine Empfangsverweigerung. Hierin zeigt sich erneut überdeutlich der Abgrund, der zwischen dem öffentlichen Gerede der Politiker und der Realität ihrer zynischen und menschenverachtenden Haltung klafft.

Der französisch-kongolesische Journalist Bruno Ossebi Jacquet starb im Februar 2009 an den Folgen eines Mordbrandes, wo seine Lebensgefährtin und ihre zwei Kinder umkamen.

Wir wiederholen deshalb nachdrücklich und öffentlich unser Gesuch. Wir verlangen, dass die französische Regierung im Falle Ngarlejy Yorongar wie in demjenigen jedes anderen Verteidigers der Freiheit, der in Gefahr ist, das tut, was für sie ein Leichtes ist. Bruno Ossebi, französischer wie kongolesischer Staatsbürger, starb kürzlich in Brazzaville, weil er nicht rechtzeitig aus der Verfolgungsreichweite der kongolesischen Staatsgewalt gebracht wurde. Von Ibni Oumar Mahamat Saleh, einem weiteren tschadischen demokratischen Regimegegner, der sich in den Händen der Regierung befindet, gibt es seit mehr als einem Jahr kein Lebenszeichen. In jedem dieser Fälle hätte Frankreich eingreifen können, tat aber nichts, um diese Todes- bzw. Verschwindensfälle zu verhindern noch sie durch die Justiz aufklären zu lassen.

Sollte diese Passivität für Ngarlejy Yorongar einen tödlichen Ausgang nehmen, so müsste man ein weiteres Mal feststellen, dass das Schicksal derjenigen, die Freiheit und Menschenrechte verteidigen, Frankreich gleichgültig lässt, wenn sich dies in den Ländern ereignet, deren Diktatoren es unterstützt.

Pressekontakt:

Stéphanie Dubois de Prisque, Kommunikationsbeauftragte Stephanieduboisdeprisque(a)survie.org, Tel. 0033 1 44 61 03 25

Quelle: Survie - TCHAD. Secours aux démocrates en péril

Originalartikel veröffentlicht am 15.5.2009

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